Mehrsprachige Hilfe bei Eierstockkrebs: Unterstützung in Ihrer Sprache

Eine Krebsdiagnose bringt viele Fragen, Sorgen und organisatorische Herausforderungen mit sich. Wenn zusätzlich Sprachbarrieren entstehen, kann das den Alltag und die Behandlung noch belastender machen. Auf dieser Seite finden Sie mehrsprachige Beratungs- und Unterstützungsangebote für Frauen mit Eierstockkrebs und ihre Angehörigen – darunter Krebsberatung, psychosoziale Hilfe sowie Hospiz- und Trauerangebote in verschiedenen Sprachen.

Die Fragen im Überblick

Eine Krebsdiagnose verstehen – auch sprachlich

Die Diagnose Eierstockkrebs verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, medizinische Fachbegriffe, Entscheidungen über Therapien oder Fragen zur Zukunft können schnell überfordern. Besonders schwierig wird es, wenn Deutsch nicht die eigene Muttersprache ist oder Angehörige bei wichtigen Gesprächen übersetzen müssen.

Viele Betroffene kennen die Sorge:

  • Habe ich alles richtig verstanden?
  • Traue ich mich, Fragen zu stellen?
  • Weiß ich, welche Unterstützung mir zusteht?
  • Wie erkläre ich meiner Familie die Situation?

Niemand sollte mit diesen Ängsten allein bleiben. Deshalb gibt es in Deutschland verschiedene Beratungsstellen und Initiativen, die Menschen mit Krebs in unterschiedlichen Sprachen begleiten und unterstützen.

Warum mehrsprachige Krebsberatung so wichtig ist

Eierstockkrebs ist eine komplexe Erkrankung. Therapieentscheidungen, Nebenwirkungen oder organisatorische Fragen rund um Reha, Pflege oder Nachsorge sind oft schwer verständlich – selbst für Menschen ohne Sprachbarriere.

Mehrsprachige Beratungsangebote können helfen:

  • medizinische Informationen besser zu verstehen,
  • Unsicherheiten abzubauen,
  • Angehörige zu entlasten,
  • psychosoziale Unterstützung zu erhalten,
  • und sich im Gesundheitssystem besser zurechtzufinden.

Gerade in belastenden Situationen kann es entlastend sein, in der eigenen Sprache sprechen und Fragen stellen zu können.

Welche Unterstützung gibt es bei Eierstockkrebs?

Die Angebote richten sich sowohl an Patientinnen als auch an Angehörige und Unterstützer:innen. Dazu gehören unter anderem:

  • Krebsberatung in verschiedenen Sprachen
  • Psychoonkologische Unterstützung
  • Hilfe bei sozialrechtlichen Fragen
  • Unterstützung während der Therapie
  • Begleitung in palliativen Situationen
  • Hospiz- und Trauerarbeit
  • Gespräche für Angehörige und Familien

Viele Beratungen sind telefonisch, online oder vor Ort möglich.

Mehrsprachige Angebote im Überblick

Krebsberatung auf Türkisch

Hier finden Betroffene und Angehörige Unterstützung in türkischer Sprache – beispielsweise zu Diagnose, Therapie, sozialrechtlichen Fragen oder psychischer Belastung.

Frau Perrin Akcinar

Telefon: 030 27 00 07270
E-Mail: danismanlik@berliner-krebsgesellschaft.de
Web: Türkischsprachige Krebsberatung

Krebsberatung auf Polnisch

Beratungsstellen mit polnischsprachiger Unterstützung begleiten Betroffene und Familien in schwierigen Lebenssituationen und helfen bei organisatorischen Fragen.

Frau Dana Pelczar-Kostyra

Telefon: 030 8940 9040
E-Mail: kontakt@krebsberatung-berlin.de
Web: Porady po polsku – krebsberatung berlin

Unterstützung für asiatische Kulturen

Einige Angebote richten sich gezielt an Menschen aus asiatischen Kulturkreisen, darunter Thailand, Vietnam, China, Japan und Korea. Neben sprachlicher Unterstützung werden dabei häufig auch kulturelle Besonderheiten berücksichtigt.

Frau Kim Chi Vu vom Verein GePGemi
E-Mail: kimchi.vu@gemi-berlin.de
Web: Aktivitäten – GePGeMi e.V.

Hospiz- und Trauerangebote in verschiedenen Sprachen

Nicht nur die Erkrankung selbst, sondern auch Abschied, Verlust und Trauer stellen viele Familien vor große Herausforderungen. Mehrsprachige Hospiz- und Trauerangebote können Betroffene und Angehörige in dieser Zeit begleiten – unabhängig davon, ob es um Gespräche, emotionale Unterstützung oder praktische Hilfe geht.

Gerade in sensiblen Situationen kann es hilfreich sein, Gefühle und Sorgen in der eigenen Sprache ausdrücken zu können.

 

Frau Jala El Jazairi von Unionhilfswerk
bietet u. a. professionell geschulte Dolmetscher an.

Telefon: (030) 4 22 658 85

Mobil: 0174 332 5548

E-Mail: jala.eljazairi@unionhilfswerk.de

Web: Zentrale Anlaufstelle Hospiz | Diversität

 

Herr Pradhan von Dong Ban Ja
bietet 150 geschulten Ehrenamtliche aus mehr als 50 verschiedenen Nationen kostenfrei an.

E-Mail: U.Pradhan@hvd-bb.de

Web: Interkultureller Hospizdienst Dong Ban Ja | humanistisch.de

 

Frau Nazife Sari

bietet geschulte Pflegekräfte, die sterbende Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sowie ihre An- und Zugehörigen selbstbestimmt und in ihrer Muttersprache in dieser besonderen Lebenslage zu unterstützen.

Telefon 030 – 69 51 78 23

E-Mail: n.sari@diakonie-stadtmitte.de

Web: Brückenbauer*innen Palliative Care – AWO Berlin / Fachstelle Migration und Behinderung

 

Frau Tamara Maier
Russischsprachige Hospiz- und Trauerarbeit

Telefon: 030 348 003 770
E-Mail: hospiz.berlin@malteser.org

Web: Malteser Berlin | Russischsprachige Hospizarbeit – Begleitung in der Muttersprache

Digitale Übersetzungshilfen für Arztgespräche und Informationen

Gerade bei medizinischen Gesprächen oder schriftlichen Befunden kann es hilfreich sein, Inhalte zusätzlich digital zu übersetzen. Kostenfreie Online-Übersetzungstools können dabei unterstützen, einzelne Begriffe oder organisatorische Informationen besser zu verstehen. Wichtig ist jedoch: Automatische Übersetzungen ersetzen keine professionelle medizinische Beratung oder Dolmetschung.

Hilfreiche Tools können zum Beispiel sein:

Bitte achten Sie auf den Schutz persönlicher Daten!

Kostenfreie Übersetzungstools können im Alltag hilfreich sein. Sensible personenbezogene Daten sollten dort jedoch nicht eingegeben werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • vollständige Namen
  • Geburtsdaten
  • Adressen
  • Krankenversicherungsnummern
  • Arztbriefe mit persönlichen Angaben
  • medizinische Befunde mit identifizierbaren Daten

Wichtig zu wissen: Medizinische Begriffe lassen sich nicht immer eindeutig automatisch übersetzen. Wenn Unsicherheiten bleiben oder wichtige Therapieentscheidungen anstehen, sollten Inhalte immer gemeinsam mit Ärzt:innen oder professionellen Beratungsstellen besprochen werden.

Häufige Fragen zu mehrsprachiger Unterstützung bei Krebs

Darf ich bei Arztgesprächen um sprachliche Unterstützung bitten?

Ja. Wenn Sie medizinische Inhalte nicht sicher verstehen, sollten Sie dies offen ansprechen. Viele Kliniken und Beratungsstellen unterstützen dabei, passende Lösungen zu finden.

Gibt es Krebsberatung auch für Angehörige?

Ja. Viele Angebote richten sich ausdrücklich auch an Familienmitglieder, Partner:innen oder enge Bezugspersonen.

Muss ich für eine Krebsberatung bezahlen?

Viele Krebsberatungsstellen arbeiten kostenfrei oder werden durch öffentliche Mittel und Spenden finanziert.

Gibt es Unterstützung auch während der Therapie?

Ja. Beratungsangebote begleiten Betroffene häufig während verschiedener Krankheitsphasen – von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Nachsorge.

Kann ich Unterstützung bekommen, wenn ich psychisch belastet bin?

Ja. Psychoonkologische Beratungsangebote helfen bei Ängsten, Überforderung, Trauer oder Unsicherheit im Umgang mit der Erkrankung.

Tipps für Arzttermine bei Sprachbarrieren

Diese Punkte können helfen, Gespräche besser vorzubereiten:

  • Schreiben Sie Fragen vor dem Termin auf.
  • Bitten Sie darum, wichtige Informationen langsam zu erklären.
  • Nehmen Sie eine Vertrauensperson mit.
  • Fragen Sie nach schriftlichen Unterlagen.
  • Sagen Sie offen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Es ist wichtig, dass Sie medizinische Entscheidungen nachvollziehen können und sich mit Ihren Fragen ernst genommen fühlen.

Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen

Eierstockkrebs betrifft nicht nur den Körper, sondern oft das gesamte Leben – emotional, organisatorisch und familiär. Unterstützung in der eigenen Sprache kann helfen, Ängste zu reduzieren, Informationen besser zu verstehen und neue Orientierung zu finden.

Nutzen Sie die vorhandenen Angebote und holen Sie sich Hilfe, wenn Sie sie brauchen. Fragen zu stellen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Schritt, um den eigenen Weg mit der Erkrankung selbstbestimmt zu gestalten.

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